„Atempause für Eltern“ – Wertschätzung in der Tüte

Als Familienstützpunkt sehen wir eine unserer Aufgaben darin, neben dem Wohl der Kinder, auch die Familiensituation und die Eltern im Blick zu behalten, so Nicole Wachter, Leiterin der Kita Ebrach. Wir leben seit über einem Jahr mit dem Virus und seinen Auswirkungen. Gerade Familien und junge Eltern sind einer besonderen Belastung ausgesetzt und werden dabei an ihre Grenzen gebracht. Die Doppelbelastung von Familien- und Arbeitsmanagement ist dabei nicht zu unterschätzen. Wir wollen den Eltern ein Zeichen setzen und ihnen zeigen, dass wir sehen was sie leisten müssen.
Eltern zu sein, in Zeiten einer Corona-Pandemie, bedeutet mehrere Berufe auf einmal unter einen Hut zu bekommen. Eltern müssen Lehrkräfte sein, IT- Spezialisten, Motivationstrainer, Manager, Köche, Pflegepersonal und nicht zu vergessen, auch dem Anspruch ihrer Erwerbsarbeit gerecht werden.
Die anhaltende Situation stellt einen enormen Kraftakt dar, erfordert Organisation, Energie und Wirkungsvermögen. Die familiären Belange nehmen die meiste Zeit in Anspruch und die eigenen Bedürfnisse bleiben dabei auf der Strecke. Der Verzicht auf Kontakte und die Einschränkungen die mit der Pandemie einhergehen, sind wichtige Bedürfnisse, die dem Wohlbefinden dienen. Diese fallen seit längerem weg und tragen zu einer unbefriedigten Situation bei.
Um den Eltern Anerkennung und Wertschätzung auszusprechen und zu zeigen, dass das was sie derzeit stemmen und erfüllen müssen, eine unglaubliche Leistung ist, wurde im Team der Kita, die Idee einer Atempause für Eltern entwickelt.
Entsprechend passend kam dann auch der alljährliche Mutter- und Vatertag. Die Mitarbeiterinnen der Kita packten kleine Tütchen mit der Aufschrift und einer Anleitung: „Atempause für Eltern“ und brachte die Tütchen zu den Eltern nach Hause. Manchen Eltern konnten sie persönlich übergeben werden und für andere wartete eine Überraschung vor der Türe. Der Inhalt (je ein Getränk, etwas Süßes, Kerzenlicht, Badesalz…) sollte die Möglichkeit für eine kleine Auszeit in diesen belastenden Zeiten ermöglichen und einen Glücksmoment hervorrufen. Die Idee und Anregung bot Zeit für sich alleine, oder als Paar zum entspannen und genießen, damit der Akku für die vielfältigen Anforderungen des Alltags wieder aufgeladen werden kann.