Elternabend zum Thema „Schutzkonzept“ mit anschließender Elternbeiratswahl

Am 20. September lud die Kita St. Bernhard alle Eltern zur Informationsveranstaltung über das neu erarbeitete Institutionelle „Schutzkonzept“ der Einrichtung ein. Bis Ende 2022, wurden alle Kitas, die vom bayrischen Staat gefördert werden, aufgefordert, ein Schutzkonzept zu erstellen und vorzulegen. Keine einfache und schnelle Aufgabe, bemerkte Andrea Baier, Elternbeiratsvorsitzende der Kita Ebrach. Und sie weiss, wovon sie spricht, denn sie hat von Seiten des Elternbeirates bei dem zweijährigen Prozess mitgearbeitet. Nicht nur der Elternbeirat wurde einbezogen, es war eine Zusammenarbeit mit erschiedenen
Personenkreisen die in und mit der Kita arbeiten. Alle Beteiligten, unter anderem das Reinigungspersonal, der Träger, die Kinder, der Kinderrat und sämtliche zuständige Stellen wurden einbezogen, interviewt und die Erkenntnisse in das Konzept miteingebracht. Das Schutzkonzept umfasst Gesetzliche Grundlagen, das Fundament der christlichen Wurzeln und Haltung, Präventionsmaßnahmen, Risikofaktoren, einen Verhaltenskodex aller Mitarbeitenden und Erziehungsberechtigten, sowie Interventionsmaßnahmen bei den Verfahrens- und Vorgehensweisen für den Umgang mit Gewalt.
Zu Beginn des Abends wurden die Anwesenden Eltern durch den Träger Dekan Albert Müller begrüßt. Er betonte dabei, dass nach dem Offenbarwerden des Skandals des sexuellen Missbrauchs
die Kirche sich zum Ziel gesetzt hat, alles dafür zu tun, dass so etwas im Raum der Kirche und ihrer Einrichtungen nicht wieder vorkommen soll. Nicole Wachter, die Leiterin der Einrichtung zeigte hierbei auf, dass unter dem Begriff der Gewalt,
viele verschiedene Formen stecken. Mit dem Lied „Sind so kleine Hände“, von Bettina Wegener wurden die Eltern zum Einstieg in das nicht ganz leichte Thema eingeführt und sensibilisiert.
Mit statistischen Schätzfragen, zeigte Frau Baier danach auf, wie viele Fälle von häuslicher Gewalt innerhalb von Deutschland gemeldet wurden oder wieviel sexuelle Missbrauchshandlungen im Jahr 2021 zur Anzeige gebracht wurden. Im Anschluss wurde ein Einblick in die Inhalte des Konzeptes aufgezeigt. Dazu gehörten, welche Risikofaktoren es in der Einrichtung gibt, was wir unter Kultur der Achtsamkeit verstehen, wie der Umgang mit den Kindern bezüglich Nähe und Distanz gestaltet wird, wie sich die pädagogischen Fachkräfte in Pflegesituationen verhalten, was angemessener Körperkontakt ist und inwiefern auf die Sprache und Wortwahl geachtet wird. Aber nicht nur das wurde thematisiert und vorgestellt. Ebenso wichtig war der festgelegte Verfahrensweg, der im Falle von Grenzverletzungen und Gewalthandlungen zum Tragen kommt, sowie der Umgang mit Überschreitungen des Verhaltenskodex. Nach dem inhaltlichen Teil des Abends kamen die Eltern und Pädagoginnen ins Gespräch und viele Eltern meldeten zurück, dass sie teilweise schockiert über die Zahlen und Fakten waren. Dass die Thematik unter die Haut gehe und sie die Wichtigkeit und Dringlichkeit eines Schutzkonzeptes nachvollziehen und befürworten können.
Im Anschluss der Vorstellung unseres Konzeptes, nach einer kleinen kulinarischen Stärkung, die durch die Elternbeiratsmitglieder mitgebracht wurden, ging der Abend über in die Elternbeiratswahl für das Kita - Jahr 2022 / 2023.
Nach einer kurzen Erläuterung über die Funktion und Aufgaben des Elternbeirates, dass dieser beispielsweise Bindeglied zwischen Eltern und Kita-Personal ist und er in Entscheidungen mit
einbezogen wird, begann die Wahl zum neuen Elternbeirat. Die Funktion des Wahlleiters übernahm Pfarrer Albert Müller. Nach der Vorstellung der Vorgeschlagenen Kandidaten wurden einstimmig
13 Elternteile in den Beirat gewählt. Das Wahlergebnis zeigte das große Interesse der Eltern und die Bereitschaft in der Kita mitzudenken, sich einzubringen und sich zu beteiligen.
Zum Schluss dieses informativen und produktiven abends, bedankte sich die Kita Leitung Frau Wachter für das Interesse, die gute Zusammenarbeit und die zahlreiche Teilnahme an diesem Abend und wünschte allen noch einen guten Nachhauseweg.