Kleine Stimmen, große Wirkung

Am Montag, den 9. Dezember 2024, war es soweit: In der Kita St. Bernhard in Ebrach wurde ein neuer Kinderrat gewählt. Nach einer intensiven und spannenden Vorbereitungszeit, in der die Kinder spielerisch und altersentsprechend die Grundlagen der Demokratie und die Kinderrechte kennengelernt haben, stehen nun acht Repräsentanten der Kita fest.
Die Wochen vor der Wahl waren geprägt von lebhaften Diskussionen, spannenden Einblicken und wichtigen Erkenntnissen. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Stefanie Goldstein-Ries und Irina Popp, sowie Silke Loi und Theresa Schmitt beschäftigten sich die Kinder damit, was Demokratie bedeutet und wie sie im Alltag gelebt werden kann. Dabei erfuhren sie, dass ein Miteinander besser funktioniert, wenn nicht nur eine Person alle Entscheidungen trifft, sondern alle mitbestimmen dürfen.
Ein besonderes Highlight war die Wahlparty, die am Wahltag selbst in der Kita stattfand. Mit Klebepunkten und in geheimer Abstimmung wählte die Zahnlückengruppe und die School-Kids-Gruppe ihre Repräsentanten für den KiRa. Die Kinder konnten ihre Stimme in einem echten Wahlszenario abgeben, was die Bedeutung des Ereignisses unterstrich und die Vorfreude auf die Ergebnisse steigerte. In der ersten Wahlrunde konnte kein eindeutiges Ergebnis
erzielt werden, da lediglich die ersten drei Mitglieder des Kinderrates bestätigt wurden. Eine Stichwahl war erforderlich, um das vierte Mitglied zu bestimmen.
Die Wahl selbst wurde von Nicole Wachter, einer der beiden Kita-Leiterinnen moderiert, die mit den Kindern noch einmal die Bedeutung ihrer Entscheidung besprach. In der Einführung erklärte sie: „Heute ist ein ganz besonderer Tag, weil ihr zeigt, dass ihr eine Meinung habt und dass eure Stimme zählt. Demokratie bedeutet, gemeinsam Lösungen zu finden, die für alle gut sind. Ihr seid heute die Gestalter eurer Kita.“ Weiter bemerkte Wachter, „Es ist wichtig, dass Kinder früh erfahren, wie sie ihre Stimme einbringen können, Verantwortung übernehmen und Teil einer Gemeinschaft sein können.“ Nach der Auszählung der Stimmen wurden schließlich vier Kinder aus der Zahnlückengruppe
und vier Kinder aus der School-Kids-Gruppe in den Kinderrat gewählt. Sie nahmen die Glückwünsche der anderen Kinder und Erzieherinnen freudig entgegen. Die jungen „Abgeordneten“ sind hochmotiviert, sich für die Anliegen ihrer Kita-Gemeinschaft einzusetzen und die Kita gemeinsam weiterzuentwickeln.
Die Wahl des Kinderrats war der Höhepunkt einer intensiven Auseinandersetzung mit demokratischen Strukturen und Kinderrechten. Die intensive Auseinandersetzung mitmDemokratie und Mitbestimmung hat bei den Kindern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Einige ihrer Aussagen zeigten, wie gut sie die zentralen Ideen verstanden
haben:
• „Wenn man zusammen spricht, ist Demokratie.“
• „Es ist wichtig, dass mehr entscheiden, weil jeder will was anderes und sonst tät ja
einer nur das entscheiden was er allein mag“
• „Kinder dürfen nicht wählen, weil sie noch zu klein sind.“
• „Die Gewählten müssen machen, was sie versprechen.“
• „Jeder darf seine Meinung sagen.“
Diese kindlichen Perspektiven zeigen, dass die Auseinandersetzung mit demokratischen
Werten bereits im Kindergartenalter wichtig und wirkungsvoll ist. Die Kinder haben
spielerisch gelernt, wie Demokratie funktioniert und welche Verantwortung sie mit sich
bringt.